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Sobald der Nachhilfe-Bedarf ermittelt wurde, wird die Liste an Peter Buschhüter und an die GSK weitergegeben.  Peter Buschhüter wird dann zusammen mit den anderen ehrenamtlichen Lehrern prüfen, ob es ihnen möglich ist, hier z.B. Einzelförderung anzubieten.

Die GSK will nach der Bedarfsermittlung versuchen, über das Tutoren-Projekt  Nachhilfe anzubieten. Hierbei werden SchülerInnen der Oberstufe dazu befähigt, selber Nachhilfe geben zu können. Dies kann dann in kleineren Gruppen oder als Einzelförderung erfolgen.

Passend zu diesem Thema gab es noch eine Frage, inwieweit die OGS in Kürten Hausaufgabenbetreuung macht. Klärung erfolgt durch Melanie und Michael Weinmann.

Allgemeines

Nach diesem Rückblick wurden die in der Vorstellungsrunde aufgekommenen Themen gruppiert, so dass die Schwerpunkte angegangen werden konnten:

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Thema: Humanitäre Rückführung von nicht anerkannten Flüchtlingen

Dieses Thema kam beim Treffen des Housing  Committee am Anfang der Woche auf.  Eine albanische Familie hat eine Aufforderung zur Ausreise erhalten. Der Vater war schon einige Wochen vorher ausgereist. Der Familie wurden keine Flugkosten bezahlt. Dies stieß auf allgemeines Unverständnis, war aber begründet, da die Familie nicht nach Albanien zurück wollte, sondern nach Griechenland.

Für normale Rückführungen gibt es auf Antrag bei der Ausländerbehörde entsprechende Flugtickets. Wird ein Asylbewerber ausgewiesen, heißt das, dass er polizeilich begleitet zum Flughafen gebracht wird. Hier wird er dann in ein gechartertes Flugzeug „gesetzt“. D.h. es entstehen in beiden Fällen keine Kosten für den Asylbewerber.

Diskutiert wurde außerdem die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, die Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive generell über die Möglichkeiten einer Ausreise aus Deutschland zu informieren.

Helga Seul  wird sich hier schlau machen und in einem der nächsten Abende darüber berichten.

Anerkennung und jetzt?

Wenn die Asylbewerber den Bescheid des BAMF bekommen, dass sie subsidiären Schutz erhalten oder als Flüchtling bzw.  als Asylbewerber anerkannt sind, kommen einige Sachen auf sie zu.

Ein kleiner Leitfaden der ersten Schritte liegt in unserer Wissensdatenbank ab.:

http://fluchtpunkt-kuerten.hilger-mueller.de/index.php/wissensdatenbank/214-nach-der-anerkennung-to-dos-miethoehe-rbk-vermieterauskunft

Hier sind auch die aktuellen Mietpreise hinterlegt, die vom Jobcenter bezahlt werden, abhängig von der Personenzahl.

Der Leitfaden sollte nach Möglichkeit noch erweitert werden, unter anderem um die Formalitäten für den Familiennachzug. Dieser ist für Asylbewerber mit subsidiären Schutz erst nach zwei Jahren möglich.


Beim Thema Wohnungen wurde von vielen Seiten darauf hingewiesen, dass es immer schwerer wird, entsprechenden Wohnraum zu bekommen. Das liegt einerseits daran, dass bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird. Auf der anderen Seite haben auch immer mehr Vermieter Vorbehalte gegen Asylbewerber. Hier wurde angeregt, eine Info-Veranstaltung für Vermieter zu machen, um hier Missverständnisse ausräumen zu können. Eventuell sollte hierbei Haus und Grund mit einbezogen werden.

Der knapper werdende Wohnraum ist auch der Gemeindeverwaltung bekannt. Trotz alledem werden nach der Anerkennung Schreiben an die Asylbewerber verschickt, dass sie schnellstmöglich die Unterkünfte der Gemeinde  zu verlassen haben. Hier wird auch darauf hingewiesen, dass es auch zur Zwangsräumung kommen könnte und die Polizei dabei eingeschaltet wird. Laut Ute Rupke sind diese Schreiben vorgeschrieben, um das Verfahren einzuhalten. Die Gemeindeverwaltung wird diese Zwangsmaßnahmen nie durchsetzen, da die Asylbewerber damit obdachlos werden würden. Somit wäre die Gemeindeverwaltung wieder in der Pflicht, diese Personen unterzubringen.

Seit  Kurzem gibt es eine WhatsApp-Gruppe "Wohnraum für Flüchtlinge". Diese soll dazu dienen, die Wohnungssuche zumindest etwas zu strukturieren. Hier können Wohnungsangebote verteilt werden, aber auch Hinweise gegeben werden, dass der Vermieter zum Beispiel keine Asylbewerber nimmt. Somit vermeidet man auch Doppel-Anrufe.

Insgesamt wurde es für sinnvoll gesehen, dass es eine Arbeitsgruppe "Wohnraum für Flüchtlinge" ähnlich der Gruppe "Jobs für Flüchtlinge" geben sollte. Diese Gruppe wäre dann für die Suche und die
Vermittlung von Wohnraum zuständig und wäre gleichzeitig auch Ansprechpartner für die Vermieter.

Den Asylbewerbern fehlt außerdem das Wissen, welche Rechte und Pflichten sich aus einem Mietverhältnis ergeben. Hier wurde über die Durchführung einer entsprechenden Info-Veranstaltung angedacht.

Der Umzug der Asylbewerber in eigene Wohnungen ist auch damit verbunden, dass diverse Möbel benötigt werden. Hier kam die Frage auf, ob das geplante Möbellager in der neuen Unterkunft Herweg schon fertig gestellt ist, um hier Möbel einlagern zu können, so dass ein gewisser Vorrat aufgebaut werden kann.

Oberste Priorität hat allerdings erstmal die Unterkunft selber. Es geht darum, diese so schnell wie möglich bezugsfertig zu bekommen, um die beiden größeren Unterkünfte gelbes Haus und Schanze zu entlasten. Gleichzeitig kommt es aber auch zu einer Teilräumung des gelben Hauses, um hier den Reparaturstau abarbeiten zu können.

Geplant ist dann ein Möbellager, dass auch dazu genutzt werden soll, um Möbel aufzubereiten und Möbel an hilfsbedürftige deutsche Personen und Familien weitergeben zu können. Dies wird als gemeinsames Projekt von Gemeindeverwaltung und Fluchtpunkt gestartet, voraussichtlich Anfang 2017.

Thema: Die Kürtener Tafel

Christa Küppers ist neben ihrem Projekt "Bilstein 8“ unter anderem auch noch ehrenamtliche Helferin bei der Kürtener Tafel.

Sie machte darauf aufmerksam, dass es immer wieder zu Missverständnissen bei den Asylbewerbern kommt. Ihnen sei nicht bewusst, was die Tafel ist. Hierzu wird erneut das Infoblatt aus dem letzten Jahr in drei Sprachen verteilt und in die Wissensdatenbank eingestellt.

Da die Lebensmittel, die die Tafel von den diversen Geschäften erhält, immer weniger werden, gibt es momentan einen Aufnahmestopp für Kunden. Diese müssen sich in eine Warteliste eintragen.

Außerdem gibt es neue Abläufe bei der Kürtener Tafel. Die Kunden der Tafel sind jetzt in drei Gruppen eingeteilt mit festen Uhrzeiten zur Abholung. Die genauen Abläufe sind auf der neugestalteten Webseite der Kürtener Tafel hinterlegt. 

Thema: Stall Bilstein 8

Bilstein 8 ist nicht nur ein Haus, in dem Flüchtlinge untergebracht sind, sondern es soll auch noch weitere Möglichkeiten bieten. So ist zum Beispiel angedacht, den ehemaligen Stall als Multifunktionsraum zu verwenden. In diesem könnten zum Beispiel kleinere Feiern abgehalten werden.  Außerdem sollen PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang entstehen. Hier muss noch geprüft werden,  ob eine Anbindung über Satellit möglich ist. Mit der Fertigstellung des Umbaus ist Anfang 2017 zu rechnen.

Thema: Flüchtlinge und Gesundheit

Leni Strunk wies darauf hin, dass es bei Fielmann für Kinder kostenlose Brillen gibt. Dies wird wohl auch bei anderen Optikern bzw. Brillenfachgeschäften gemacht. Hierbei ist eine Verordnung durch den Augenarzt sowie die Krankenkassenkarte erforderlich.

In den ersten 15 Monaten haben die Asylbewerber noch keine Krankenkassenkarte. Wie die Abläufe hier gestaltet werden, wird von der Gemeindeverwaltung geklärt. Ute Rupke wollte sich hier schlau machen.

Gleiches gilt für die Übernahme von Kosten einer Hebamme. Frau Rupke wies darauf hin, dass es hier immer wieder zu neuen Festlegungen kommt. Die Kosten für eine Hebamme werden wohl seit neuestem übernommen.

Flüchtlingskinder mit Behinderung

Sylvia Gressler brachte den Fall eines Kindes mit geistiger Behinderung ein und die Frage, wie die Einstufung für die Schule erfolgt. Zuerst muss das Kind wohl für ein Jahr die Regelschule besuchen und wird dann auf Antrag einer Sonderschule zugewiesen. Dieser Ablauf gelte auch für deutsche Kinder.

Thema: Jobs für Flüchtlinge

Stephan Baake führte aus, dass es immer mehr zu Anfragen von potentiellen Arbeitgebern kommt,
die bereit sind, Flüchtlinge einzustellen. Er erläuterte dann die weitere Vorgehensweise, die auch jeder einzelne entsprechend anwenden könnte:

  1. Zunächst danken für die Bereitschaft, Flüchtlinge einstellen zu wollen
  2. Um entsprechende Bewerber finden zu können, sollte vom möglichen Arbeitgeber eine konkrete Aufgaben- und Stellenbeschreibung und ein Bewerberprofil zu eingefordert werden. (telefonisch und per Mail)
  3. Nachdem Bewerber gefunden wurden, werden dem AG vorab die Lebensläufe per Mail zugesandt sowie die „MAG-Formulare“ (Maßnahme beim Arbeitgeber)und ein Blanco Formular „Stellenbeschreibung“.
  4. In der Mail wird dann erläutert, dass mit dem MAG-Formular  schnell eine Arbeitserlaubnis bei der Agentur für Arbeit beantragt und genehmigt werden kann. Wie lange die Maßnahme beim AG dauert wird individuell festgelegt (maximal 6 Wochen). Diese Systematik dient dazu, den Bewerber im Job kennenzulernen und zu entscheiden, ob er zum Unternehmen passt. Diese Kennenlernphase ist für den AG kostenlos.
  5. Verläuft die Kennenlernphase erfolgreich, müssen die arbeitsvertraglichen Regelungen auf dem Formular „Stellenbeschreibung“ eingetragen werden. Die Bewilligung der Arbeitserlaubnis erfolgt dann über das Ausländeramt in Bergisch-Gladbach. Sobald die Arbeitserlaubnis der Ausländerbehörde da ist, kann die MAG-Phase formlos beendet werden und der jeweilige Arbeitsvertrag in Kraft treten.

Die Formalitäten erledigt der jeweilige Ansprechpartner der Arbeitsgruppe „Jobs für Flüchtlinge“.

Diverses

Zum Schluss wurden noch kurz zwei Punkte angesprochen.

  1. Übersetzungen:

    Zu der Frage „Wo gibt es preiswerte Übersetzungen für Urkunden etc. aus den Heimatländern?“ gibt es jetzt einen Beitrag in der Wissensdatenbank auf der Homepage.
    Hier liegt u.a. eine Dolmetscherliste ab, aber auch zwei Empfehlungen von preiswerten Dolmetschern. Wichtig ist, dass diese amtlich zugelassen sind.

    http://fluchtpunkt-kuerten.hilger-mueller.de/index.php/wissensdatenbank/236-uebersetzer-dolmetscher

 

  1. Ehrenamtliche  Deutschkurse:

    Nachfragen hierzu bitte immer direkt an

    Peter Buschhüter,  02207 / 910140, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Ende

 

Gegen 21 Uhr wurde der zweite WAS-ICH-SCHON-IMMER-MAL-LOS-WERDEN-WOLLTE-Abend beendet. Vielen Dank an alle, die ihre Erfahrungen mit eingebracht haben, insbesondere auch an Ute Rupke und Björn Bauer von der Gemeindeverwaltung.

(Stephan Baake, Michael Weinmann)

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