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Anwaltliche Vertretung im Asylverfahren – ja oder nein? – Diese Frage lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Immerhin entstehen Kosten, die der Asylbewerber aufbringen muss. Aber dieser Aufwand kann sich auf jeden Fall lohnen, da das Asylrecht sehr komplex ist. Es gibt nicht nur „Ja“ oder „Nein“, sondern auch immer noch weitere Möglichkeiten. Es kommt hierbei – wie im gesamten Verfahren – auf eine Einzelfallbetrachtung an.

Um dieses Thema näher zu beleuchten, hatten wir Kontakt aufgenommen mit Rechtsanwalt Dr. Klaus Rasquin aus Bergisch Gladbach. Er ist seit 1984 zugelassener Anwalt bei der Anwaltskammer Köln und hat sich spezialisiert auf Migrationsrecht/Asylrecht. Als Experte nahm er an unserer Info-Veranstaltung zum Thema „Vorbereitung auf die Anhörung im Asylverfahren“ vom 15. Juli 2016 teil.

Zielgruppe waren Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern sowie die zugehörigen Paten bzw. Hausbetreuer. Dr. Rasquin umriss dabei grob den Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland und schnell wurden die Tücken und Fallstricke klar.

Klar wurde auch, dass es durchaus sinnvoll ist, ein anwaltliches Beratungsgespräch zu führen, um danach das weitere Vorgehen entscheiden zu können. Knackpunkt ist vielfach die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung beim BAMF. Dieses Interview bildet die Grundlage für die Entscheidung, ob Asyl gewährt werden kann.

Eine häufige Ursache für die Ablehnung ist eine mangelhafte Vorbereitung dieses Gesprächs. Das ist in vielen Fällen bedauerlich, da objektiv durchaus Fakten vorhanden sein können, die einen weiteren Aufenthalt in Deutschland begründen und in der Entscheidung des BAMF dann unberücksichtigt bleiben.

Insbesondere Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten sollten so früh wie möglich anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, denn so können mit dem Anwalt in einem ausführlichen Gespräch die Fluchtgründe und weitere relevante Aspekte der Flucht juristisch beleuchtet werden. Auf dieser Basis wird eine Stellungnahme schriftlich dokumentiert. Auf Wunsch wird dem BAMF diese vorab zugeschickt. Die Asylbewerber erhalten somit eine professionelle Vorbereitung zu den Interviews, die sie als Leitfaden verwenden können, um sich intensiv auf die Anhörung vorzubereiten.

Natürlich wollten nicht nur wir als Ehrenamtliche sondern erst recht die betroffenen Personen wissen, welche Kosten hierbei anfallen. Diese können je nach Anwalt variieren, denn es besteht die Möglichkeit, eine Pauschale zu vereinbaren oder nach dem Rechtsanwaltsgebührengesetzes (RVG) abzurechnen. Nimmt man das RVG als Grundlage, entstehen für die Begleitung des kompletten Verfahrens beim BAMF folgende Kosten: Einzelperson ca. 500 €, vierköpfige Familie ca. 800 €

Vorab ist es auch möglich, ein Beratungsgespräch zu führen. Die Kosten belaufen sich je nach Zeitaufwand auf 50 bis 100 € und werden voll angerechnet, wenn eine Beauftragung erfolgt.

Die Veranstaltung war sehr informativ und sehr hilfreich – sowohl für unsere Schützlinge als auch für uns. Einige Schritte im Asylverfahren wurden vielen erst durch die Ausführungen und Informationen von Rechtsanwalt Dr. Rasquin klar. Gleich mehrfach durften die Anwesenden dem Vortrag folgen. Lis Liesicke übersetzte ins Englische, aus den Reihen der Asylbewerber übersetzte Ana ins Albanische und Mohammad ins Arabische.

Vielen Dank an Euch und natürlich auch an Dr. Rasquin, der sich die Zeit genommen hat, uns alle zu informieren.
DANKE auch an alle anderen, die diesen kurzfristigen Termin möglich gemacht haben.

Wir haben eine Anwaltsliste zusammengestellt, die auf unserer Webseite hier abgelegt ist.
In den nächsten Tagen folgen noch Informationen zum Asylverfahren.

   

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