Willkommen auf unserer Homepage

START Kopie Wissen SUCHE

FP Kuerten Bannerboat schmal SZ


 

Töten ist besser als Flucht - zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in seinem Bescheid für Avram T. (*Name geändert)

Avram stammt aus Serbien, gehört der Volksgruppe der Roma an und war beim Militär als Grenzsoldat eingesetzt. An der Grenze zum Kosovo sollte er mit dem Gewehr eines Scharfschützen unschuldige Bauern und Hirten gezielt töten. Diesen Befehl seines Kommandanten verweigerte Avram mehrfach.
Inhaftierungen, Folterungen und Repressalien durch das Militär folgten, aber Avram folgte weiterhin seinem Gewissen und sagte „NEIN“.

Das serbische Militärgericht drohte ihm daraufhin eine Haftstrafe von 8-15 Jahren an. Somit blieb für ihn - auch auf Anraten eines serbischen Anwaltes - nur die Flucht nach Deutschland. Zwei Jahre musste er warten, bis er seine Geschichte hier zu Protokoll geben konnte. Bei seiner fast dreistündigen Anhörung im Dezember 2016 beschrieb er alles sehr detailliert, mehrere DIN A4 Seiten wurden gefüllt.

Im Bescheid des BAMF heißt es dazu lapidar, dass der Antragsteller Probleme mit der serbischen Armee hätte und ihm eine Haftstrafe von acht Jahren drohe. Vollkommen unerwähnt bleiben die Folter und die Zivilcourage. Stattdessen habe der Antragsteller nicht glaubhaft vorgetragen oder vorgelegt, was für die Annahme einer begründeten Furcht vor Verfolgung spräche. Der Asylantrag wurde als offensichtlich unbegründet abgelehnt, die Ausreise hat innerhalb einer Woche zu erfolgen.

Auch dieser Bescheid des BAMF macht klar, dass nicht der Einzelfall zählt, sondern nur das Herkunftsland. Andere Entscheidungen sind anscheinend politisch nicht gewünscht, sondern jeder Mitarbeiter im BAMF hat Zielvorgaben zu erfüllen.

Avram befolgte seine „Zielvorgaben" nicht, ertrug Folter und Repressalien und musste letztendlich seine Heimat verlassen. Er flüchtete mit seiner Frau und seinen drei Kindern in ein für ihn sicheres Land unter der Annahme, dass Menschenrechte in Deutschland berücksichtigt werden.

Aber das ist längst nicht alles, was es zu Avram und seiner Familie zu berichten gibt:

Im Dezember 2014 in Deutschland angekommen, unternahm er - auch mit unserer Unterstützung alles, um sich und seine Familie zu integrieren. Seine Kinder sind im Kindergarten und der Schule gut verwurzelt, seine Frau hat einen Minijob. Avram selbst hat seit 16 Monaten eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle, zahlt die Miete für seine Wohnung selbst spricht gut deutsch und füllt die Staatskasse monatlich mit Steuern und Sozialabgaben.
Das sollte doch die Staatskasse genauso freuen wie seine Nachbarn, die ihn sehr schätzen. Sein Arbeitgeber und seine Kollegen kämpfen für ihn, denn er ist mittlerweile unverzichtbar geworden.

Diese Geschichte macht folgendes klar:

  1. das BAMF hat zwei Jahre Zeit, um Asylverfahren zu verschleppen,

  2. Asylbewerber nutzten die Zeit von 24 Monaten – mit Unterstützung von Initiativen – um ihre Integration voranzubringen

  3. Bescheide berücksichtigen nicht den Einzelfall sondern sind politisch gewollt und bestrafen die Asylbewerber genauso wie die Helferinnen und Helfer und die Arbeitgeber

  4. Im Integrationsgesetz klafft eine eklatante Lücke, so dass solche Fälle vollkommen unberücksichtigt bleiben.

Wir wollen solche menschenunwürdigen Entscheidungen nicht hinnehmen, sondern werden sie öffentlich machen.

Pressekontakt: Michael Weinmann, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 0176 - 63 233 100

   

Kontakt:

Telefon:
02207/9123486
E-Mail:
Facebook:
Spendenkonto:
Ev. Kirchengemeinde Delling
IBAN: DE49 3705 0299 0311 0098 55
BIC: COKSDE33XXX
Verwendungszw.: Flüchtlingsarbeit
 
 
qrcode