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Am Mittwochabend fuhren Gemeindereferent Willi Broich und ich als Vertreter für den Fluchtpunkt Kürten nach Biesfeld. Eingeladen hatte die Gemeindeverwaltung Kürten, um über die Einrichtung der Erstaufnahmestelle in der Sporthalle Biesfeld zu informieren.

Als ich gegen 19:30 Uhr im Multifunktionsraum der Stiftung „Die Gute Hand" ankam, war dieser mit ca. 220 interessierten  Bürgerinnen und Bürgern mehr als gefüllt.


Für mich war klar, dass es ein größeres Publikum als bei bisherigen Veranstaltungen geben würde. Schließlich ging es nicht um die Unterbringung von Flüchtlingen alleine, sondern auch darum, dass ein Gebäude, das fast täglich von Schule oder Vereinen genutzt wird, auf einmal nicht mehr zur Verfügung stehen soll. Stattdessen soll diese Sporthalle 80 Flüchtlingen dazu dienen, ein Dach über dem Kopf zu haben und die ersten Schritte in einem fremden Land zu verbringen. Das, was für diese Menschen ein Glück nach monatelanger Flucht ist, stellt für die Betroffenen auf der anderen Seite erstmal einen Einschnitt in den Alltag dar.
Das Unbekannte ist auf einmal direkt vor der eigenen Haustür. Befürchtungen und Ängste kommen hoch, weil man nicht weiß, wie man damit umgehen soll.  Noch dazu hört und liest man auch viel Negatives.

Nachdem Bürgermeister Willi Heider über die aktuelle Flüchtlingssituation in Kürten und die Beweggründe für den Standort Biesfeld informiert hatte, kamen Fragen genau aus dieser Kategorie auf . So sorgte sich z.B. eine Mutter um das Wohl ihrer Kinder, die die nur wenige Meter entfernte Schule besuchen. Es gäbe doch viele Berichte dazu, … Ein anderer hatte Befürchtungen, dass Trauerfeiern auf dem nahe gelegenen Friedhof gestört werden könnten, weil doch Moslems…

Solche Fragen zeigen, dass viele gar nicht wissen, dass im gesamten Gemeindegebiet bereits ca. 300 Flüchtlinge untergebracht sind, ohne dass es größere Vorkommnisse gab. Ungefähr 60 Flüchtlinge leben sogar in unmittelbarer Nähe zur Grundschule in Kürten. Sie wissen auch nicht, dass die Flüchtlinge Berührungsängste haben mit der für sie neuen Welt „Deutschland“. Es gibt sprachliche Barrieren auf beiden Seiten. Begegnungen fördern das Verständnis der jeweils anderen Kultur und Vertrauen entsteht.

In den Medien wird viel zu oft nur das Negative berichtet bzw. wahrgenommen . Deswegen halte ich genau solche Fragen für absolut wichtig. Nur, wenn sie gestellt werden, kann man versuchen, die Ängste, Befürchtungen und Vorurteile abzubauen.

Angesichts der großen Teilnehmerzahl hatte ich mit deutlich mehr solcher Fragen und Diskussionen gerechnet. Stattdessen wurde die ehrenamtliche Arbeit der Helferinnen und Helfer im Fluchtpunkt Kürten wertgeschätzt und gelobt. Es kam eine „Wir wollen helfen“-Mentalität auf, die mir das Gefühl gibt, genau das Richtige zu tun.

Danke an alle, die durch ihr Handeln und Tun dazu beigetragen haben und dabei schließe ich die Fragesteller ausdrücklich mit ein.

 

Michael Weinmann

   

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